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"Online-Durchsuchung - Du bist auch ein Terrorist"
Leiden deutsche Politiker unter Verfolgungswahn? Mit allen Mitteln wollen einige von ihnen die Online-Durchsuchung durchdrücken. Wie erreicht man das? Genau: Man muss der Bevölkerung die Gefahren des Terrors schildern.Vor einiger Zeit hat man nach anstrengender Suche eine höchst willkommene Gefahrenquelle gefunden. Da wollen zwei zum Islam konvertierte Deutsche aus Wasserstoffperoxid eine Bombe bauen.
Man kann aus Wasserstoffperoxid ohne großen Aufwand billigen Sprengstoff herstellen. Aber dieser gewonnene Sprengstoff ist sehr instabil. Kein halbwegs intelligenter Terrorist würde sich mit diesem Zeug abgeben. Er müsste bei jedem Transport oder bei jedem Stoß das verfrühte Zünden der Bombe fürchten. An gute und fertige Sprengstoffe kommt man in Deutschland nicht so einfach heran, zum Glück. Aber der erfahrene Abiturient, Student oder Hobby-Chemiker kennt zum Beispiel Nitriersäure oder Ammoniumnitrat. Noch ein paar weitere freiverkäufliche Zutaten – und schon hat man einen sehr stabilen und gut handhabbaren Sprengstoff.
Jetzt kommt der Bundestrojaner oder anders gesagt die Online-Durchsuchung von Computern ins Spiel. Aber bevor man einen Bundestrojaner bei einem Terroristen einsetzen kann, muss man erstmal wissen, wer ein Terrorist ist. Also muss man vor dem Einsatz des Bundestrojaners einen Verdacht gegen eine Person haben. Kann man diesen Verdacht nicht mit den bewährten und erfolgreichen Mitteln bestätigen oder ausräumen? Nein, das wäre zu einfach. Man stellt die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht und überwacht erstmal alle – ist nach Gesetz illegal, aber wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter. Findet man dann einen potentiellen Terroristen, kann man sich dann immer noch eine Erlaubnis eines Richters besorgen.
Heute geht es gegen die Terroristen, morgen werden wir alle überwacht.
Man hält anscheinend alle Terroristen für dumm, anders kann man sich das nicht erklären. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Bundestrojaner nur mit dem Betriebssystem Windows funktioniert – Linux- und Mac-User werden dann wohl nicht überwacht. Wie reagieren Virenscanner oder anderen Schutzprogramme auf diesen Bundestrojaner? Kann ich den Bundestrojaner mit einem Paketfilter (Firewall und Router) zügeln?
Die Fragen kann sich jetzt jeder erfahrene Anwender selbst beantworten. Die Politiker und die Regierung hängen wieder einmal der technischen Entwicklung hinterher. Terroristen sind heute oftmals gut ausgebildet und verfügen über einen guten finanziellen Background. Es werden nur die kleinen und unbedeutenden Handlanger erwischt.
Viel Spaß im Netz.